Buchpräsentation “Bis an die Grenzen. Chronik einer Migration.”

Zu einem ebenso berührenden wie informativen Abend luden Grüne Bildungswerkstatt und der Drava Verlag Klagenfurt in die Bäckerei May nach Neufeld an der Leitha.

Fabien Didier Yene ist ein direkt Betroffener: Einer der afrikanischen Flüchtlinge, die zu Tausenden versuchen, die Drahtzäune in Marokko zu überwinden, um nach Europa zu gelangen. Immer wieder rennt er gegen den Grenzzaun an oder versucht schwimmend europäischen Boden zu erreichen. Immer wieder wird er zurückgeworfen, aufgegriffen, an die Grenze abgeschoben, einmal mit ein paar anderen mitten in der Wüste zurückgelassen. In der dritten Person erzählt er von seiner Reise nach Europa, die in Marokko zu einem vorläufigen Stillstand kommt.

Und in Marokko möchte Fabien auch bleiben – er hat einen Verein gegründet, der sich um die Flüchtlinge kümmert, die aus den unterschiedlichsten Regionen Afrikas hier gestrandet sind. Information und ein offener Dialog mit Europa sind ihm ein Herzensanliegen, denn: “Migration ist in Europa – vor allem im Wahlkampf – ein großes Angstthema. Was seit Jahren an den Außengrenzen der EU passiert, gehört dokumentiert und ins Bewusstsein der Menschen gebracht – auf beiden Seiten der Grenze.” Das “Paradies Europa” sei für seine Landsleute eine Zwischenstation, eine Hoffnung Arbeit zu finden und Geld zu verdienen, um für die Familie zu Hause – und nach der Rückkehr auch für sich selbst – ein Leben in Würde zu ermöglichen. Was in Europa hingegen transportiert werde, sei, dass die Flüchtlinge die EU “überschwemmen um zu bleiben”. Dass im Gegenzug der europäische Kapitalismus der ehemaligen Kolonialmächte in Afrika nach wie vor politisch wie wirtschaftlich das Ruder in der Hand hat, bleibt in der Diskussion außen vor. Umso wichtiger sei es daher, so das Resümee der VeranstalterInnen, das lange ausstehende Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit von MigrantInnen und ein Dasein ohne Diskriminierung durchzusetzen.
Fabien Didier Yene und das Team, das seine Lesereise durch Europa ermöglicht hat (allen voran Dieter Behr und Lisa Bolyos vom Europäischen BürgerInnenforum und Beatriz Graf als Übersetzerin) wurden vom Publikum zu Recht mit anhaltendem Applaus bedankt und standen noch lange für Fragen zur Verfügung.

Auch der Standard hat auf daStandard.at ein sehr interessantes Interview mit Fabien Didier Yene geführt. Hier der Link dazu: http://dastandard.at/1319183716425/Migration-Afrika—Europa-Reisefreiheit-ist-den-Privilegierten-vorbehalten

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