
By: Images Money
Offiziell liegt die Inflationsrate im Euro-Raum mit rund 1,8 bis 1,2 % relativ niedrig. Spürbare Wohlstandsverluste von einem Jahr zum anderen sollten also nicht auftreten. Die verglichenen Warenkörbe sind schon seit langem normiert, einer zuverlässigen Datenerhebung steht absolut nichts im Wege.
Trotzdem macht sich innerhalb der Euro-Zone immer mehr Unbehagen breit. Die Menschen haben sehr wohl das Gefühl, sich innerhalb relativ kurzer Zeit immer weniger „leisten“ zu können.
Das Problem dabei: Derart intuitive Eingebungen lassen sich nur sehr schwer nachprüfen. Persönliche Beobachtungen beziehen sich fast immer nur auf einzelne Güter. So gibt es beispielsweise Berichte von Konsumentinnen und Konsumenten, dass Butter innerhalb relativ kurzer Zeit um mehr als 50% im Preis gestiegen sei.
Andere vergleichen die Kosten für Mobilität, Wohnung oder das Verhältnis der eigenen Währung zu „harten“ Werten wie Gold, Silber, Kupfer oder Erdöl.
Im wichtigsten Punkt ähneln sich diese Berichte in diversen Foren und Blogs. Sie kommen nämlich mehr oder minder einhellig zu dem Schluss, dass die tatsächliche Inflationsrate wesentlich höher liegen müsste, als von offizieller Seite zugestanden wird.
Kann man den offiziellen Zahlen noch trauen? Würden Regierungen unter Umständen falsche Zahlen veröffentlichen, um eine breite Panik und den Zusammenbruch des Systems zu verhindern?
Denkbar wäre ein solches Szenario selbstverständlich. Unsere Zahlungsmittel sind schon seit langem nicht mehr „bare Münze“. Ganz im Gegenteil. Weltweit sind aberwitzige Mengen an Fiat-Geld im Umlauf. Egal ob Euro, Dollar, Yen oder Yuan, wie viel man mit den bunten Zetteln kaufen kann, hängt einzig und allein vom Glauben und Wertgefühl der Menschen ab.
Wir erzählen uns ständig gegenseitig, dass zehn Euro ungefähr den gleichen Wert haben wie zehn Semmeln. Weil diese Behauptung oft genug wiederholt wird, glaubt zum Schluss glücklicherweise auch der Bäcker daran.
Da hinter den Währungen keinerlei „angreifbare“ Sicherheiten stehen, ja nicht einmal ein verschwindend geringer Prozentsatz der zirkulierenden Summen überhaupt als physisches Geld existiert, liegt der Schwellenwert, ab welchem eine Währung absolut und nachhaltig wertlos wird, ziemlich niedrig.
Welcher Politiker mag wohl keine Albträume bei dem Gedanken bekommen, sich vor seine Wählerinnen und Wähler zu stellen und zu verkünden: „Tut mir leid, aber ab Morgen fangen wir noch einmal von vorne an. Alle bekommen 100 NEuro (Neue Euro) als Startkapital, das bisherige Geld ist ordnungsgemäß zu entsorgen. Bitte nicht verbrennen oder als Toilettenpapier verwenden, die Druckfarben sind gesundheitsschädlich.“
Gründe dafür, eine womöglich in voller Fahrt durch die Decke befindliche Inflationsrate zu verheimlichen, gäbe es also mehr als genug. Leider ist das aber eine wenig hilfreiche Erkenntnis. Fakt ist nämlich auch, dass zu einer zuverlässigen Inflationsberechnung wesentlich mehr gehört, als den Preis der Eier beim Greißler ums Eck im Auge zu behalten.
Bis eine allfällige Manipulation der offiziellen Statistiken für Ottilie Normalverbraucherin seriös nachweisbar wird, muss die Schere zwischen Realität und Propaganda schon gewaltig auseinanderklaffen. Genau in dem Moment kräht aber sowieso kein Hahn mehr danach.
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